Burnout
Keine Krankheit im eigentlichen Sinne, aber dennoch ein Zustand mit ausgeprägter emotionaler Erschöpfung und darausfolgender reduzierter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit.
Anstrengende Lebensumstände können Menschen extrem belasten – bis zu einem Punkt, an dem sie das Gefühl haben: Ich kann nicht mehr, ich bin erschöpft, leer und ausgebrannt. Auch beruflicher Stress kann körperliche und psychische Beschwerden auslösen. Mögliche Ursachen sind dauerhafte Über- oder Unterforderung, ständiger Zeitdruck, Konflikte mit Kollegen, aber auch extreme Einsatzbereitschaft, die zur Vernachlässigung eigener Bedürfnisse führt. Berufliche Stressfolgen sind eine häufige Ursache für Krankschreibungen.
Genaugenommen ist Burnout keine Diagnose, im Gegensatz zum Beispiel zur Diagnose Depression. Diese ist als Krankheitsbild allgemein anerkannt und wissenschaftlich gut untersucht. Das ist beim Burnout nicht der Fall. Man vermutet, dass sich hinter dem Begriff Burnout ein oder mehrere andere Krankheitsbilder, häufig in Kombination, verbergen – z.B. eine Depression oder Angststörung. Auch körperliche Erkrankungen können Burnout-ähnliche Beschwerden verursachen.
Bisher gelten hauptsächlich drei Beschwerdebereiche als Anzeichen für ein Burnout-Syndrom:
Einige Merkmale des Burnouts unterscheiden sich allerdings deutlich von denen der Depression – wie die Entfremdung vor allem von der Berufstätigkeit. Bei einer Depression beziehen sich die negativen Gedanken und Gefühle nicht nur auf die Arbeit, sondern auf alle Lebensbereiche. Typische Symptome für eine Depression sind außerdem
Diese werden nicht als typische Burnout-Beschwerden gesehen. Deshalb steckt auch nicht hinter jedem Burnout eine Depression. Burnout-Beschwerden können aber wiederum das Risiko erhöhen, eine Depression zu entwickeln.
Grundsätzlich können die Beschwerden, die dem Burnout zugeschrieben werden, auch andere Ursachen haben: zum Beispiel psychische und psychosomatische Erkrankungen wie eine Depression, Angsterkrankung oder ein chronisches Müdigkeitssyndrom. Körperliche Erkrankungen, z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion, oder die Einnahme bestimmter Medikamente können aber ebenfalls Beschwerden wie Erschöpfung und Müdigkeit auslösen. Bei solchen Beschwerden ist es daher wichtig, gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt zunächst somatische Ursachen auszuschließen, bevor eine Therapie begonnen wird. Ansonsten besteht das Risiko, dass nutzlose Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen.
Anerkannte Therapieformen sind neben der Krisenintervention vorrangig die kognitive Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Gruppentherapie und gegebenenfalls Antidepressiva.